Briefe und Pakete könnten ab Januar 2027 deutlich teurer werden. Die Bundesnetzagentur hat am 12. Oktober 2026 ihren Entwurf für den neuen Preisspielraum der Deutschen Post veröffentlicht. Fest beschlossen sind einzelne Portowerte damit noch nicht.
20,35 Prozent Spielraum für Privatkundenbriefe
Für den Korb „Privatkunden Brief“ sieht die Bundesnetzagentur eine durchschnittliche Erhöhungsmöglichkeit von 20,35 Prozent vor. Derselbe Wert gilt im Entwurf für Geschäftspost. Bei Privatkundenpaketen beträgt der geplante Spielraum 10,72 Prozent.
Diese Prozentsätze sind keine direkte Preisliste. Die Deutsche Post kann innerhalb eines Produktkorbs einzelne Entgelte unterschiedlich stark verändern. Ein Standardbrief könnte also stärker oder schwächer steigen als der Durchschnitt. Erst nach der endgültigen Price-Cap-Entscheidung beantragt das Unternehmen konkrete Preise, die anschließend von der Bundesnetzagentur geprüft und genehmigt werden müssen.
Warum das Porto steigen soll
Als wesentlichen Grund nennt die Behörde die stark sinkende Zahl der Briefsendungen. Wenn fixe Kosten für Zustellung, Personal und Infrastruktur auf weniger Sendungen verteilt werden, erhöht sich der Aufwand je Brief. Für den zweijährigen Genehmigungszeitraum berücksichtigt die Bundesnetzagentur außerdem eine zusammengefasste gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate von 4,04 Prozent.
In die Berechnung fließt auch eine negative Produktivitätsrate ein: minus 16,31 Prozent für Privatkundenbriefe und Geschäftspost sowie minus 6,68 Prozent für Privatkundenpakete. Die Behörde betont, nicht alle von der Deutschen Post geltend gemachten Kostenpositionen anerkannt zu haben. Personal-, Sozial- und Versorgungslasten aus der Rechtsnachfolge der Deutschen Bundespost wurden dagegen berücksichtigt.
Der Zeitplan bis zu den neuen Porti
- 12. Oktober 2026: Veröffentlichung der beabsichtigten Price-Cap-Entscheidung.
- 30. Oktober 2026: Ende der Frist für Stellungnahmen von Post, Wettbewerbern, Verbraucherschutzorganisationen und weiteren interessierten Kreisen.
- Voraussichtlich November 2026: Finale Entscheidung der Bundesnetzagentur.
- Danach: Antrag der Deutschen Post auf Genehmigung der konkreten Produktpreise.
- 1. Januar 2027: Geplanter Beginn der neuen Portoperiode; sie soll bis 31. Dezember 2028 gelten.
Bis zum Abschluss dieses Verfahrens sind konkrete Angaben zum Preis eines Standardbriefs oder einer Postkarte lediglich Berechnungen oder Erwartungen. Verbraucher sollten sie nicht mit bereits genehmigten Preisen verwechseln.
Was Verbraucher jetzt beachten können
Für die eigene Versandplanung sind die später genehmigten Einzelpreise entscheidend. Aus dem durchschnittlichen Spielraum lässt sich noch kein verbindliches Porto für einen Standardbrief oder eine Postkarte ableiten.
Quelle und Stand
- Bundesnetzagentur: Geplanter Spielraum für Porti ab 2027, veröffentlicht am 12. Oktober 2026
Stand: 13. Oktober 2026. Die konkreten Portowerte sind noch nicht genehmigt.