Seit dem 1. Oktober 2026 gilt erneut eine befristete Energiesteuersenkung auf Benzin und Diesel. Das DIW Berlin verfolgt nun täglich, wie viel davon tatsächlich an den Zapfsäulen ankommt. Die Auswertung mit Stand 13. Oktober zeigt: Im Durchschnitt wurde die rechnerische Entlastung bisher nur teilweise weitergegeben.
Was der neue Monitor misst
Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 wurde die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent je Liter gesenkt. Einschließlich des Umsatzsteuereffekts entspricht das einer möglichen Entlastung von 16,7 Cent je Liter. Der Tankrabatt-Monitor des DIW Berlin stellt die beobachtete Preissenkung dieser vollen Entlastung gegenüber.
Nach der DIW-Auswertung mit Stand 13. Oktober 2026 für den Zeitraum vom 1. bis 12. Oktober betrug die geschätzte durchschnittliche Entlastung bei Super E10 10,1 Cent je Liter, bei Super E5 10,4 Cent und bei Diesel 11,1 Cent. Das entspricht laut Institut 61, 62 beziehungsweise 67 Prozent der rechnerisch möglichen Entlastung. Die Werte sind Durchschnittsschätzungen für diesen Zeitraum, keine Preisgarantie für eine einzelne Tankstelle.
Warum Frankreich als Vergleich dient
Die Berechnung stützt sich nach Angaben des Instituts auf Preisangaben von rund 15.000 Tankstellen in Deutschland und knapp 10.000 Stationen in Frankreich. Weil es dort keinen entsprechenden Rabatt gibt, soll der Vergleich gemeinsame Einflüsse wie Rohölpreis oder Wechselkurs besser abgrenzen. Verändert sich der Preisabstand zwischen beiden Ländern, wird dieser Unterschied dem Tankrabatt zugerechnet. Die Methode und die erste Einordnung erläutert das DIW in seiner Pressemitteilung vom 8. Oktober 2026.
Was Autofahrer aus den Zahlen ableiten können
- Durchschnitt statt Einzelpreis: Der Monitor beschreibt eine bundesweite Entwicklung. Die Preise an einer konkreten Tankstelle können deutlich abweichen.
- Zeitpunkt beachten: Kraftstoffpreise ändern sich im Tagesverlauf. Ein einzelner Vergleich am Morgen oder Abend reicht nicht für eine belastbare Bilanz.
- Strecke mitrechnen: Ein niedrigerer Literpreis lohnt sich nicht automatisch, wenn dafür ein großer Umweg nötig ist.
- Aktualisierungen prüfen: Die Weitergabequote kann sich ändern. Entscheidend ist der jeweils ausgewiesene Datenstand.
Keine Garantie für einen festen Preisnachlass
Die Steuersenkung legt keinen verbindlichen Endpreis an der Zapfsäule fest. Neben Steuern beeinflussen unter anderem Beschaffung, Wettbewerb und lokale Preisstrategien den Betrag. Der Monitor kann deshalb Transparenz über die durchschnittliche Entwicklung schaffen, aber nicht vorhersagen, welchen Preis eine einzelne Tankstelle verlangt.